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Schuhaufbau
Sticharten
a) Sattlerstich  Der Sattlerstich wird mit zwei Nadeln gearbeitet, wobei die eine Nadel von unten und die zweite Nadel von oben durch das selbe Loch gestochen wird. Benutzt wird dieser Stich vor allem bei der Schaft-Sohle-Verbindung.
b) Steppstich
  Der Steppstich wird für die Vorderblattnaht oder Seitennaht verwendet.
Nähte
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a) Vorderblattnaht
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Das Leder der zwei Vorderblattteile liegt schmal übereinander und wird mit einem Steppstich vernäht.
Hinweis: nur an einem Vorderblattteil eine kleine Nahtzugabe geben. |
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| b) Seitennaht |
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Variante 1
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Als Stoßnaht: die Kanten stoßen aneinander (Stoß an Stoß) und werden mit einem Steppstich genäht. Hierfür braucht man keine Nahtzugaben.
Mit der Nadel nicht durch das Leder durchstechen. Man sticht stattdessen von der Fleischseite aus nur halb durch das Leder und kommt seitlich wieder heraus. Vor dem Nähen mit einer gekrümmten Ahle (Plattort) vorstechen. |
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Variante 2
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Hier wird für die Seitennaht eine Nahtzugabe benötigt und ist vor allem für dünneres Leder geeignet.
Die Nahtzugaben mit der Narbenseite aufeinanderlegen, mit der Nadel durch beide Lederteile stechen und mit einem Steppstich zusammennähen. Die Naht anschließend vorsichtig mit einem Schusterhammer oder alternativ einem Holzhammer vorsichtig! flach hämmern. Wenn man zu stark hämmert, beschädigt man das Leder! |
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Schaft-Sohne-Verbindung
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Variante 1:
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Für das frühe Mittelalter belegt.
Mit der Nadel durch Schaft und Sohle durchstechen (bei weicherem Sohlenleder geeignet). |
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| Variante 2: |
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Diese Art der Verbindung ist bei dünnem Ziegenleder im Fersenbereich geeignet bei einer hinten runden Sohle (aber auch nur dort!), damit der Schaft später beim Tragen nicht herunterkommt.
Ob die Verbindung auch für die hinten hoch gezogene Sohle geeignet ist, wird noch ausprobiert.
Ansonsten tritt diese Art der Verbindung erst gegen ca. 12./13. Jh. vermehrt auf.
Die Sohle muß vorher mit einem Plattort (gekrümmte Ahle) vorgestochen werden, und zwar so, daß die Nadel seitlich vom Leder hervorkommt. Bei dünnerem Rindsleder aufpassen, daß das Leder nicht beim vorstechen reißt. Kann aber auch bei dickem Leder passieren, wenn man ungeübt ist.
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 (Rindsleder vom Nacken)
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 grün = Schaft rot = Sohle |
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Der Schaft liegt auf der Sohle |
Was wird benötigt ?
 Bild 1 |
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 Bild 2 |
Bild 1 (von links nach rechts):
- Plattort kurz und lang (nur für dickes Leder nötig) - Rundahle - Scharfe Klinge, z. B. um Schlitze zu schneiden - Rollschneider, wenn möglich, oder gute scharfe Schere zum Ausschneiden des Leders, vor allem, wenn man dickes Rindsleder für die Sohle nimmt.
Bild 2:
- Sattlernadeln
Außerdem:
- Zum Annähen des Schaftes an die Sohle: Dickes Leinengarn 20/6 für Urziege Mittlere Stärke 20/4 bei dünnerem Ziegenleder rotbraun - Dünneres Leinengarn für die anderen Nähte - Wachs zum Wachsen des Garnes - Leder:
a) Für den Schaft:
Wenn es geht, dünnes Ziegenleder (rotbraunes Ziegenleder) von ca. 1 bis 1,5 mm Stärke nehmen. Ist viel leichter zu vernähen und kommt näher an die frühen Schuhfunde heran. Oder dickeres Ziegenleder (Urziege) von ca. 2-3 mm. Dieses Leder dehnt sich aber stark aus, und somit kommt der Schuh leicht aus der Form.
b) für die Sohle Rindsleder (Nacken):
für 1. Variante der Sohle-Schaft-Verbindung Rindernacken bis ca. 2 mm nehmen.
Für die 2. Sohle-Schaft-Verbindung bei Urziege dickes Rindsleder von ca. 3mm nehmen.
Unter Links ist eine gute Adresse für das o.g. Leder angegeben. Unter Replikate sind inzwischen auch Schuhe aus dünnerem Leder zu finden. Zeichnungen "Schuhaufbau","Schaft-Sohle-Verbindungen": Gjalt de Wabbere
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