Nähen Nahtverbindungen
Nahtverbindungen

Ich stelle hier jetzt ein paar der Möglichkeiten für das Verbinden von Stoffteilen vor (nach: Inga Hägg, Textilfunde aus den Gräbern und Siedlungen, sowie aus dem Hafen von Haithabu). Es gibt aber noch mehr. Unter Recherche sind die Bücher aufgeführt.

Für alle Nähte und Verbindungen wurde der Überwendlichstich benutzt. Der Rückstich, Steppstich oder Heftstich wurde nicht! allein für die Nahtverbindung angewandt, sondern wenn, dann als zweite zusätzliche Naht. Ein weiteres Beispiel ist auch unter dem oberen Link Stiche und Nähte zu sehen. Ich gebe noch Alternativen/Varianten an, die dann aber nicht der Fundlage entsprechen.

Eine mögliche Alternative wäre z. B. der Steppstich bei Nähten. Der Rückstich geht zwar am Schnellsten, ist aber von der Naht her nicht wirklich stabil und verbraucht erheblich mehr Garn und ist daher nicht empfehlenswert. Aber: mit dem überwendlichen Stich erreicht man die stabilste Naht.

Rechts bedeutet = Stoffaußenseite
Links bedeutet = Stoffinnenseite

1) Nähte, erste Schritte

1. Schritt 2.Schritt

Die Nahtzugaben auf die Innenseite umschlagen und den Stoff Links auf Links legen. Mit dem Überwendlichstich auf der rechten Stoffseite knapp unter dem Bruch (1- 2 Fadenreihen darunter) zusammennähen. Dann den Stoff auseinanderlegen.

Legt man die Stoffteile Rechts auf Rechts mit nach innen liegenden Nahtzugaben und verbindet die Kanten, wie  vorher, knappkantig mit dem Überwendlichstich, ist dieser Stich auf der Außenseite kaum zu sehen. Ggf. am Stoffstück ausprobieren, wie herum es sich am Besten vernähen läßt.


2) Nahtzugabe versäubern

                           
Innenansicht Außenansicht

Auf der Außenseite ist der Überwendlichstich bei der Verbindung deutlich zu sehen. Aber die Naht ist von außen auch flach.

Variante (Eigenversuch):

                           
Innenseite Außenseite


Diesmal die Nahtzugaben vorher einmal oder doppelt einschlagen und festnähen. Erst dann die Stoffteile rechts auf rechts aufeinanderlegen und knappkantig überwendlich vernähen. Nach dem Auseinanderlegen die Stoffteile etwas auseinanderziehen, sonst wirkt die Naht "beulig".

Vorteile: Stoffecken wie bei der Thorsberghose lassen sich einfach miteinander verbinden, aber auch Ärmel annähen ist kein Problem. Man hat später nicht mehr das oft schwierige und umständliche Versäumen von Nahtzugaben, wie z. B. Hosenbeine oder Ärmel, wo man hinterher nur sehr umständlich ran kommt, da dieses vorher gemacht wird.

Nachteile: Wenn z. B. bei einer Seitennaht noch Keile eingesetzt und die Nahtzugaben wie bei der Kappnaht versäubert werden, dann wird dort die Naht auf der Außenseite ggf. nicht so schön flach liegen.


3) Kappnaht

                        
Nahtzugaben sind gleich breit Untere Nahtzugabe ist schmaler


Stoffteile wie oben unter 1) = erste Schritte beschrieben links auf links zusammennähen und auseinanderlegen. Dann beide Nahtzugaben auf eine Seite bringen und einschlagen. Wenn es zu dick wird, die untere Nahtzugabe schmaler schneiden oder schon vorher beim Zuschnitt mit einberechnen. Die Nahtzugaben überwendlich festnähen.

                             
Innenseite Außenseite


Alternative:


Diesmal den Stoff rechts auf rechts legen und mit einem Steppstich zusammennähen. Nahtzugaben wieder auf eine Seite legen, ineinanderschlagen und überwendlich befestigen.

Weitere Nahtverbindungen sind in Planung...

 

 

Seitenanfang

 

© 2010 Wikingerkleidung.de - designed by Sithi Technologies