Wendeschuhe 

     
 

Frühmittelalterliche Schuhe werden Wendeschuhe genannt, weil sie erst mit der Fleischseite (Lederunterseite) nach außen vernäht und dann gewendet werden, so dass nun die Narbenseite (Lederoberseite) außen liegt. Dabei ist darauf zu achten, dass die Seitennaht immer! auf der Fußinnenseite zu liegen kommt, das bedeutet auch bei den Knopfstiefeln, das die Knöpfe innen liegen. Näheres siehe hierzu auch unter "Replikate". Dort findet ihr weitere Modelle.

Schuhtypen

   

a) aus einem Stück mit integrierter Sohle

   
 

b) aus zwei Teilen mit separater Sohle:

 mit Vorderblattnaht    

 

mit seitlicher Innenfußnaht



   

Sohle

     

c) aus drei Teilen mit separater Sohle

   
 

 

d) mit/ohne Verschnürung oder Knebelknöpfe, wobei diese immer auf der Fußinnenseite liegen.

 

 

Das meistverwendete Leder war das von der Ziege, wobei für die Sohle Rindsleder genommen werden kann wegen der längeren Haltbarkeit. Ziegenleder hat gute Wärmeeigenschaften und ist weich, bricht also nicht so schnell wie Rindsleder. Das ist beim Wenden sehr wichtig. Leider dehnt es sich auch stärker aus und sollte vor dem Zuschnitt ausgedehnt werden, z. B. mit dem Nudelholz. Am Anfang sitzt dann der Schuh etwas fester, aber beim Laufen passt er sich dann dem Fuß an.

Tipp: Urziege pflanzlich gegerbt, Stärke 2-3 mm. Oder besser noch Ziegenleder rotbraun, Stärke ca. 1,5 mm. Ist etwas fester, dehnt sich nicht so stark wie Urziege und für authentisches Schuhwerk besser geeignet. Unter "links" findet ihr eine gute Bezugsadresse für Leder aller Art.

Zeichnungen: Gjalt de Wabbere


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