Thorsberghose


In Haithabu wurden Fragmente von 2 Hosen im Stil der Thorsberghose (2./3 Jh. n. N.) gefunden, wobei eine davon der Pluderhose  zuzuordnen ist. Typische Merkmale des Thorsbergstils sind die enganliegenden Beinteile mit einem Keil vorne und unten, einem rechteckigem Teil hinten und einem oberen Streifen als Hosenbund. Es lässt sich für die Hose nicht mehr feststellen, ob diese mit Füßlingen versehen waren oder nicht. Es gibt aber in der altnordischen Literatur Hinweise darauf, dass es möglicherweise beides gab, wobei die ohne Füßlinge eher als einfach und minderwertiger gesehen  und vor allem von jungen Leuten getragen wurden (siehe: Inga Hägg, Die Textilfunde aus dem Hafen, S. 163ff.).

                                                 

 
Vorderansicht   Rückansicht
     

 

Umzeichnung nach der Originalvorlage (aus: Textilfunde der Eisenzeit in Norddeutschland von Karl Schlabow, Abb. 165).

 

 


Schnittmuster

Auf Grundlage des obigen Schnittes habe ich ohne Füßlinge folgendes Schnittmuster erstellt. Das untere Beinteil habe ich weiter gemacht, im Originalfund ist es geschnürt wegen der Enge.

 

 

 

 

 

 

 

 

Orange: hinterer Keil
Rot: 2-teilig mit Naht als vorderer und unterer Keil  

 

 

   

 

 

 

 

 

 

 

 


 

                              Gürtelschlaufe


Nähanleitung


Die Teile 1 (hinterer Keil), 2 (unterer Keil) und 3 (vorderer Keil) zusammennähen. Keil 1 an die hinteren Teile der Hose annähen. Den Stoffstreifen für den Bund annähen. Den unteren Teil von Keil 1 an die Hose nähen (grün). Keil 2 +3 an die vorderen Teile der Hose nähen (rot). Die Nahtzugabe dazu etwas einschneiden (siehe Pfeil). Dann die restlichen Hosennähte zusammennähen. Den oberen Bund nach innen einschlagen und festnähen. Sechs Gürtelschlaufen annähen.



Pluderhose


Im Hafen wurden Fragmente vom oberen Teil einer Pluderhose im Thorsbergschnitt (vorderer, mittlerer und unterer Teil der Keile, sowie der obere Gurtabschluß/Bund) aus gekrepptem, doppellagigem Wollstoff gefunden. Wie die Hose im Ganzen aussah, lässt sich daraus natürlich nicht mehr rekonstruieren. Daher ist die gezeigte Hose eine eigene Interpretation, bzw. Konstruktion, lediglich basierend auf Teile der Fundlage.

                                                           
  Gjalt de Wabbere    


Schnittmuster


 
                   

 

Das Schnittmuster in zwei Teile zerschneiden.

Teil I nach Wunsch erweitern.  Oben an der Taille und unten am Bein die Kanten einkräuseln oder in Falten legen. Möchte man jetzt statt Gürtelschlaufen lieber einen Tunneldurchzug für ein Band haben, dann den oberen Streifen für den Bund auf der Vorderseite nicht  an den vorderen Keilfestnähen, sondern nur auf der innen liegenden Rückseite annähen. An den Beinen unten einen ebenfalls doppelt gelegten Streifen annähen und zwei Löcher einarbeiten, damit man dort ebenfalls ein Band durchziehen kann.

Teil II als Stulpe verlängern (Unterschenkellänge bis unter das Knie). Diese dann mit Hilfe von Bändern oder kleinen Haken (Birkafund) befestigen. Oder in den Beinen mit einbinden. Den Rest wie vorher beschrieben nähen.

 

 

 

Copyright © 2013. All Rights Reserved.