Ledersachen

1) Tasche (Elisenhof)

2) Beutel

3) Messerscheide

4) Gürtel

   

1)Tasche
   

Es  gibt keinen Taschenfund in Haithabu, deswegen zeige ich hier eine Tasche aus Elisenhof/Nordfriesland (Schleswig Holstein), Elisenhof war ein Dorf, welches Kontakte auch zu Haithabu hatte.

 

 

Die Tasche ist  eigentlich eine Rolltasche, also
ohne Gürtelschlaufen. Sie wurde zusammengerollt unter den Gürtel gesteckt.


mit seitlichen Nähten                                                                   mit Naht an einer Seite und an der Unterkante

 
     
Zum Nähen einen Leinenfaden nehmen. Die Kanten werden mit einem Steppstich oder Sattlerstich genäht.
     

 

2) Beutel

   
 

 

Schnittmuster

   
  Den Beutel an den Seiten mit einem  Steppstich oder
Überwendlichstich zusammennähen. Für die Schlitze das Leder an entsprechender
Stelle zusammenknicken und einschneiden. So entstehen dann diese länglichen
Schlitze.
  Der Einschnitt ist wie ein Abnäher* und wird zusammen genäht. Den Boden kann man noch mit einem weiteren Stück Leder verstärken. Am Rand sind Schlitze zum Durchziehen eines Lederbandes.

 


3) Messerscheide


   
 

 

Diese Messerscheide ist aus Ziegenleder (Urziege) gearbeitet. Ziegenleder ist weicher und dehn- bzw. formbarer wie Rindsleder. Rindsleder ist aufgrund der Gerbung oft zu fest und wird schneller brüchig.

Aber:
Leder nicht nass machen, weil man glaubt, es dann besser formen zu können, denn nach dem Trocknen wird das Leder zu hart.


Schnittmuster

   
  Zuerst eine Mittellinie zeichnen, das Messer darauf legen und mehrere
Punkte markieren. An diesen Punkten beim Messer den Umfang messen
  Auf beiden Seiten von der Mittellinie aus je 1/2 Umfang abzeichnen und
diese Punkte miteinander verbinden. Dann eine Nahtzugabe von ca. 0,7 cm an den
Seiten zeichnen und die Schablone ausschneiden.


Die Schablone auf das Leder legen und abzeichnen. Aber nicht mit einem
Kugelschreiber, sondern am Besten mit einer Ahle. Die Linie wird dann nur ins
Leder gedrückt. Nun das Lederstück um das Messer legen und evtl. noch kleine
Korrekturen vornehmen. Dann die Messerscheide an beiden Seiten mit der Ahle
vorlochen, damit die Stiche gleichmäßig werden. Mit dem Nähen beginnt man am
Besten am offenen Ende der Messerscheide mit einem Steppstich. Als Garn
gewachstes oder eingewachstes Leinengarn nehmen. Nach dem Nähen die Nahtzugaben
zurück schneiden und die Messerscheide einölen* und einfetten*.

Aus dem Ziegenleder ein schmales Band schneiden und um die Messerscheide legen. Die Enden des
Lederbandes durch das Loch ziehen und zusammenknoten. Der Knoten sollte zum Loch hingezogen werden.
Wenn man dann das Messer in die Messerscheide steckt und man das Lederband anzieht, sitzt es fester.

Tipp: Bei schwierigen Messerformen kann man evtl. besser ohne Schablone
arbeiten. Dazu legt man ein Stück Leder um das Messer und näht dann das Leder
drum herum fest. Das überschüssige Leder wegschneiden.

Nachteil: größerer Lederverbrauch.

 

4) Gürtel

   

Für einen Gürtel nimmt man am besten Blankleder (Rohleder) oder anderes festes Rindsleder in der Breite von ca.
2-3 cm. Die Schließen können aus Eisen geschmiedet (wurde massenweise gefunden), aus Bronze, Silber oder
Gold oder aus Knochen sein, je nach Darstellungsart.

Die folgenden Bilder sind nur Beispiele und nicht nach Fundorten sortiert.

 
Schließe aus Eisen   Schließe und Endstück aus Knochen
     
Schließe und Endstück aus Bronze
     

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