Hängerock

Der Hängerock, auch als Trägerrock bezeichnet, ist ein seitlich geschlossenes Kleidungsstück, welches über dem Kleid getragen wird. Möglicherweise war es auch noch seitlich geschlitzt für mehr Bewegungsfreiheit, aber sicher ist es nicht. Gehalten wird der Trägerrock mit Schalenfibeln. Je nach Stand der Trägerin ist die Fibel kostbarer oder schlichter gehalten. Das bedeutet, je mehr die Fibel stilisiert ist, also "durchbrochen", und dann auch noch aus Silber oder Gold gefertigt, desto kostbarer ist sie. Eine einfachere Fibel wäre aus Bronze. Außerdem war dieses Kleidungsstück nicht unbedingt eine Alltagskleidung, dafür ist sie zu kostbar und bei der Arbeit auch eher hinderlich.

Sowohl vom Zuschnitt, wie auch zusätzlichen Abnähern, ist diese Kleidungsstück figurnah geschnitten. Im Originalfund war noch eine Zierflechte aus 6 Fäden (3 gelb, 3 rot) über die Abnäher genäht worden. Die Flechte reichte bis zur oberen Kante. Die obere Webkante war nach innen geschlagen und mit dem Hexenstich festgenäht. Wie lang dieses Kleidungsstück eigentlich war, lässt sich nicht mehr feststellen.


                          

 

 

     

Schnittmuster
Der Trägerock bestand vermutlich aus 3 Teilen. Einmal dem Vorderteil und 2 Rückenteilen. Das Fragment bestand aus 2 Teilen, die mit einer leicht gebogenen seitlichen Naht verbunden war und Nahtspuren an einer geraden Kante von dem anderen Teil. Da befand sich auch ein flacher Abnäher mit einer darüber genähten Zierflechte. Der flache Abnäher zeigt, dass es sich um das Rückenteil handelt.


Links und rechts = Rückenteile mit Naht an der geraden Kante
Mitte = Vorderteil


- - - - -  Linie Taille

   

Beim Rückenteil fangen die Abnäher  ca. 7 cm unterhalb der Kante an. Vorne sind die vermuteten Abnäher breiter.

 

    

 

 

Den Stoff falten und mit einem Vorstich abnähen.
Die rote Linie ist die Nahtlinie.

 

 

 

Nach dem Zusammennähen von Vorder- und Rückenteil werden noch jeweils zwei Schlaufen aus Stoff angenäht. Die hinteren Schlaufen müssen lang genug sein, so dass sie bis über die Schultern nach vorne reichen. Die vorderen Schlaufen sind nur kurz. Die Nadeln auf der Unterseite der Schalenfibeln werden dann durch die Schlaufen gesteckt und befestigt. Damit die Schalen beim Tragen nicht verrutschen, ist es empfehlenswert, ein Stück vom Stoff des Kleides beim Durchstechen mitzufassen.

   

 

 

 

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